Mittwoch, 13. Juni 2018

Osterkommunion 1920 - St. Clemens Süchteln

Osterkommunion 1920 - St. Clemens Süchteln

Osterkommunion 1920 - St. Clemens Süchteln

Damit du den bei der Osterbeichte 
gemachten Vorsätzen treu bleibst, bete morgens und abends:

Gegrüßest seist Du, Maria usw.
O meine Gebieterin, o meine Mutter!
Dir bringe ich mich ganz dar. 
Und um Dir meine Hingabe zu bewähren, weihe ich dir heute 
meine Augen, meine Ohren, 
meinen Mund, mein Herz, mich selber
 ganz und gar. Weil ich denn nun Dir 
gehöre, o gute Mutter, so bewahre mich 
beschütze mich als Dein Gut und Dein Eigentum.

(100 Tage Ablaß, einmal im Tage, wenn 
man morgens und abends sein Ave Maria
und das obige Gebet spricht, um so von der
 allerseligen Jungfrau den Sieg in den 
Versuchungen, namentlich gegen die Keusch-
heit zu erflehen. Pius IX., 5.Aug.1851.) 

In der Versuchung bete:
O meine Herrin, o meine Mutter, ge-
denke, daß ich Dein bin. Bewahre mich,
beschütze mich wie Dein Gut und Dein Eigentum.
(40 Tage Ablaß, so oft man dieses Gebetchen in Versuchungen betet. Pius IX.
5Aug. 1851.)

Dienstag, 1. Mai 2018

Osterkommunion 1919 - St. Clemens Süchteln



Gebet um Bewahrung vor der 
Sünde.
(Damit Du die bei der Osterbeichte gemachten 
Vorsätze hälst, bete öfters das folgende Gebet.)

Herr, stehe mir bei, das ich ohne Sünde vor Dir wandle. Beschütze mich gegen die Feinde meiner Seele und halte fern von mir alles, was mir schaden könnte. Gib, daß ich meine Zunge beherrsche und meine Augen abwende von aller Eitelkeit. Behüte mein Herz vor jeder Unlauterkeit und bewahre mich vor Unmäßigkeit. Hilf das ich den Gelüsten des Fleisches entsage und allen sündhaften Begierden ernstlich widerstehe. Laß mich alle bösen Gelegenheiten zur Sünde meiden und in Demut und Gottesfurcht Deine heiligen Gebote beobachten.
V. Sei uns, o Herr, ein starker Turm
R. Wider unsere Feinde!

O Gott, der Du mich bis auf diesen Tag so gnädig erhalten hast, stärke mich durch Deine Gande, daß ih zu keiner Sünde hinneige, sondern daß alle meine Gedanken, Worte und Werke nach Deinem heiligen Gesetze sich richten mögen durch Christum, unsern Herrn. Amen
 

Montag, 30. April 2018

hl. Kriegsexerzitien und Gebet zur Kriegszeit

Im Jahr 2018 ist es wieder salonfähig von Krieg und Aufrüstung zu sprechen, in Zeiten an dem deutsche Soldaten wieder an der Grenze zu Russland stehen und nicht umgekehrt, müssen wir wachsam sein! 
Die folgenden heiligen Bildchen und Adachtszettel aus Süchteln aus den beiden Kriegsjahren 1915 und 1917 während des 1. Weltkriegs, sollten uns als Mahnung und Vorsatz dienen, damit die Welt friedlich bleibt:

Monstra te esse matrem - Zeig dich als Mutter - Seite 1

Andenken an die hl. Kriegsexerzitien für Jungfrauen in der Pfarrkirche zu Süchteln
vom 3. bis 8. Dezember 1915.
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"Bereitet den Weg des Herrn, machet eben seine Pfade." Matth.3.3

Wandle, christliche Jungfrau, den Weg des Gehorsams: " Ehre deinen Vater und vergiß nicht die Schmerzen Deiner Mutter." Sir. 7,29.

Schreite entschlossen und mutig als wahre Heldin auf dem Wege der Keuschheit einher: "Selig sind, die ein reines Herz haben, denn Sie werden Gott anschauen." Matth. 5,8.

Meide den Irrweg der Sünde.
Empfange oft und würdig die heiligen Sakramente.
Deine Schutzpatronin auf dem Wege zur ewigen Heimat sei Dir die reinste Jungfrau Maria.
"Durch Maria zu Jesus" (hl. Bernhard)

Arbeite mit Freude und Gottvertrauen in deinem Berufe und sei immerliebreich gegen andere.
Lies bei jeder, heiligen Kommunion diese Leitsätze wieder durch, überlege Sie im Herzen und erneure deine Vorsätze.

"Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben." Offbg. 2,10.

B.Kühlen, M.Gladbach


Monstra te esse matrem - Zeig dich als Mutter - Seite 2


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Andenken an die heilige
Osterkommunion
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in der Pafrrkirche zum hl. Clemens in Süchteln für das Jahr 1917.
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Gebet zur Kriegszeit.
O göttliches Herz Jesu, wir opfern dir alle Gebete und guten Werke, alle hl. Messen und Kommunionen, die am heutigen Tage auf der ganzen Welt dargebracht und empfangen werden; insbesondere opfern wir dir auf alles Blut, das auf dem Schlachtfeldern vergossen wird, alles Schmerzen der verwundeten Soldaten, alle Tränen bekümmerter Frauen und Mütter und Kinder, alles legen wir durch die Hand Mariens hinein in dein erbarmungsvolles Herz, zur Sühne für die Sünden der ganzen Welt und zur innigen Bitte, daß du doch keinen einzigen Soldaten sterben lassest ohne einen Akt der vollkommenen Reue. - O himmlischer Vater, erbarme dich doch der verirrten, unglücklichen Menschheit. O schaue mit erbarmenden

Osterkommunion Süchteln 1917  - Seite 1
  
Augen die Erde an, wie sie ein blutiges Leichenfeld geworden ist; wohl haben wir deine gerechten Strafgerichte nur allzusehr verdient, doch bitten wir dich in Demut und Reue, halte nun zurück deine strafende Hand und laß uns wieder leuchten die Sonne deines hl. Friedens. Segne unser geliebtes Vaterland, segne unsere Wehrmänner, erfülle sie mit Mut und Kraft, stehe ihnen bei im schrecklichen Kampfgewühle, segne die Frauen, Mütter und Kinder, gieb ihnen Geduld und Vertrauen in diesen bangen Tagen. Laß ihre Angehörigen, die ins Feld gezogen sind, wieder glücklich heimkehren, doch nicht unser Wille geschehe, sondern der deinige. - O heiligstes Herz Jesu, gieb daß die schreckliche Heimsuchung des Krieges den Gottlosen und Leichtsinnigen zur Bekehrung, den Gerechten und Gottesfürchtigen aber zur größeren Heiligung gereiche. Süßestes Herz Mariä, beschütze, bewahre und rette uns. - Heiliger Josef, du besonderer Schutzpatron der Sterbenden, stehe bei den Soldaten, die einsam und verlassen sterben, stärke, tröste und beschirme Sie. - Ihr hl. Schutzengel, sorget und betet für die sterbenden Krieger und traget ihre scheidende Seele in das himmlische Vaterland. Amen.

Heiligstes Herz Jesu, erbarme dich unser, süßes Herz Mariä, sei meine Rettung.
Hl.Josef, Hl. Clemens, Hl. Irmgardis, bitte für uns.
     

Osterkommunion Süchteln 1917  - Seite 2

Mittwoch, 28. Februar 2018

Das Kamel auf dem Heiligenberg

Die Heilige Irmgard und die Kirche St. Paul Krefeld-Uerdingen

Mt 19,24

Dass unsere Heilige Irmgardis in Süchteln und Rees oder Köln verehrt wird, ist bekannt. Kaum einer weiß, dass in Krefeld-Uerdingen eine Straße verläuft, die den Namen Irmgardisweg trägt. Dort steht auch die Kirche St. Paul, in der eine Reliquie verehrt wird. Die Siedlung, in der die Kirche steht, wurde von einem Süchtelner Architekten mitgestaltet.

Reliquie - St.Irmgardis - St.Paul Krefel-Uerdingen

Ein Bild in der Kirche zeigt St. Irmgardis und ihre wichtigsten Lebensstationen:
- die Burg Aspel, deren Darstellung einem Wandgemälde aus der Agneskaplle entnommen wurde, siehe unten.
- die Kapelle auf dem Süchtelner Heiligenberg in Verbindung mit einem Kamel, welches erstaunlich gut durchs Nadelöhr passt, eine Anlehnung an Mt 19,24.
- den Kölner Dom und das Gerokreuz sowie eine Gruppe armer Menschen, die die Heilige um Hilfe anflehen. Ein Hinweis darauf, dass die reiche Grafentochter ihren Wohlstand aufgegeben hat, um ihr Leben Gott zu weihen und ihr Vermögen für die Bedürftigen einzusetzen.

St. Irmgardis - St.Paul Krefeld-Uerdingen

Bemerkenswert an dieser "modernen" Darstellung ist die relativ gute Erkennbarkeit der einzelnen Stationen sowie das liebenswürdige Äußere der Heiligen. Leider ist das bei Werken dieser Kunstepoche kaum der Fall.
Fraglich bleibt die Bedeutung des Wappens am unteren rechten Bildrand.


Einer Namenspatin sei herzlich gedankt für die Informationen und Bilder!

Wandgemälde Agneskaplle Kölner Dom um 1320

Dienstag, 12. Dezember 2017

Das vergessene Irmgardis-Klösterchen

Historische Ausstellung


Am Sonntag, den 3. Dezember 2017, gab es im Altbau des Irmgardis-Krankenhauses Süchteln eine historische Ausstellung. Diese gab dem Besucher Einblicke in die Entwicklung von Krankenpflege und Medizin in den zurückliegenden Jahrzehnten.

Es wurden Exponate aus früheren Zeiten des Krankenhauses zusammengetragen. Bei weihnachtlichen Klängen öffneten sich alte Türen und man bekam einen Eindruck, wie es früher gewesen sein muss. Für ein paar Stunden wurde das altehrwürdige Gebäude aus seinem Schlaf erweckt.



In alten Trachten aus dem Krankenhausleben begrüßten die engagierten Schülern der Süchtelner Krankenpflegeschule die Besucher hier. Es gab Getränke und Glühwein. Klasse war, dass bis auf das letzte kleine Detail geachtetet wurde. Neben einer alten HB-Zigarettenschachtel auf dem Nachttisch und einem alten Metallföhn auf der Toilette. Ganz zu schweigen von den vielen Exponaten aus den alten Tagen der Medizin, sucht diese Ausstellung sicherlich ihresgleichen am Niederrhein.



 




Fotoausstellung

Besonders bemerkenswert war eine Fotoausstellung zum Krankhaus aus früheren Zeiten. Und ein kleiner historischer Abspann an der Wand. Dass neben dem Krankenhaus auch direkt ein Kloster angeschlossen war, ist vielleicht vielen Süchtelner nicht mehr bekannt. Dieses wurde auch "Irmgardis Klösterchen" genannt. Auffallend sind die vielen kleinen Heiligen-Nischen am Dachgiebel des Klostergebäudes. Rechts der noch heute erhaltene Altbau mit der Irmgardisstatue.
Das Krankenhaus reiht sich ganz klar in die Ideale der Krankenversorgung ein, welche die Hl. Irmgardis im 11. Jahrhundert von Rom nach Köln mitbrachte. In Köln hatte sie zu dieser Zeit das erste Hospiz in Mitteleuropa gegründet. Weitere Informationen dazu finden Sie hier und hier.

Zum Vergrößern das Bild anklicken.

Altes Irmgardis-Klösterchen, Irmgardiskrankenhaus
Beim näheren Betrachten endeckt man plötzlich einen neo-gotischen Erker. Dieser ist auf dem oberen Foto hinter dem Baum unterhalb der Irmgardisstatue zu sehen. Was ist das?

Altes Klostergbäude, Irmgardiskrankenhaus

Von der anderen Seite betrachtet, kann man den offensichtlichen Kapellenerker gut erkennen. Dieser soll dort bis 1965 gewesen sein. Interessant wäre zu erfahren, warum der Erker abgerissen wurde.

Erker der alten Krankenhauskapelle
Der Zweck dieses Erkers war nicht, von außen sichtbar zu machen, dass es sich um eine Kapelle handelt oder um Licht herein zu lassen. In dieser Niesche hatte der Altar der Kapelle und mit ihm der Tabernakel des Altars seinen Platz. Da in ihm Gott den Schwestern und den Gläubigen gegenwärtig war, sollte der Erker dem Zweck dienen, dass nichts über Gott stehen konnte. Das schlug sich in der Architektur nieder, diese Art von Kapellenerkern sind auch oftmals an Burgen und Schlössern zu beobachten.

Noch heute ist am Gebäude die Stelle gut zu erkennen, an welcher der Erker der Kaplle gewesen ist:

Abdruck des abgerissenen Erkers der Krankenhauskapelle, Winter 2017

Ein Blick wie die alte Krankenhauskapelle in ihrem Ursprung ausgesehen hat.

Alte Krankenhauskapelle, Ursprung

Desweiteren eine Aufnahme, welche die Kapelle im Zustand nach den "Umbrüchen" durch das zweite vatikanische Konzil (1960-1964) zeigt. Die Konzils "Früchte" mussten leider auch Einzug halten in die kleine Klosterkapelle des Irmgardiskrankenhauses in Süchteln. Wie eine solche brachiale Umgestaltung vollzogen werden konnte, bleibt unverständlich.

Alte Krankenhauskapelle, um 1960

Weitere Eindrücke aus den alten Tagen des Irmgardiskrankenhauses:

Krankenhausgarten mit Heiligenfigur, Irmgardiskrankenhaus
Mariensäule im Mariengarten, Irmgardiskrankenhaus
Krankenhausküche mit Ordensschwestern, Irmgardiskrankenhaus

Geschichte des Kloster und des Krankenhauses

1856 wurde durch Anregung des Pfarrers Gottfried Joseph Ringelhoven (1821 - 1859 Pfarrer in Süchteln) und durch kräftige Hilfe des Herrn Eynen das Irmgardis Klösterchen eröffnet, das zuerst eine Privatschule mit 80 Kindern war, dem eine Nähschule angegliedert wurde.
1857 erhielten die Schwestern den Unterricht in den Elementarschulen.
1860 am 21. Juni wurde der Grundstein zum Kloster gelegt und eine höhere Töchterschule untergebracht. (Eigentum der Genossenschaft)
1863 kaufte die katholische Pfarrgemeinde in Süchteln ein Grundstück zum Bau eines Krankenhauses, wozu aber erst am 19. August 1896 der Grundstein gelegt wurde. Die Schwestern übernahmen schon die ambulante Pflege in der Stadt.
1871 Als am 8. September die erste Pflegebedürftige eintraf, übernahmen die Schwestern die Pflege, und in kurzer Zeit stieg die Zahl der Kranken auf 52. Infolge einer schweren Epidemie wurde von der katholischen Pfarrgemeinde
1872 ein Epidemiehaus errichtet, zum Teil aus Spenden bei einer Hauskollekte.
1880 wurden im Epidemiehaus zahlreiche Scharlach- und Diphtheriekranke und
1891 viele Typhuskranke verpflegt.
1894 wurde der Grundbesitz des Krankhauses durch den Ankauf mehrerer Stücke vergrößert.
1897 begann man mit dem Anbau zum Krankenhaus (Flügel) wozu Frl. Tolles 18000 Mark stiftete.
1905 erwarb die katholische Pfarrgemeinde Süchteln das Besitztum des Klosters für 33000 Mark und bezahlte 16000 Mark in bar. Die Genossenschaft dagegen kaufte in Gegentausch das der Pfarrkirche gehörige Dietges (Stiegers) Erbe für 17000Mark, um eventuell dort die neue Schule mit Pensionat zu bauen.
1909 zu Ostern wurde die Schule ins Irmgardispensionat verlegt.
1931 wurde der Erweiterungsbau des Epidemiehauses gebaut, und
1934 der Verbindungsbau zwischen dem Hauptgebäude und dem Antoniushaus erichtet.

Mittwoch, 22. November 2017

Der heilige Papst Clemens I. - 23. November

Die katholische Pfarrkirche von Süchteln hat als Patrozinium den heiligen Märtyrer Papst Clemens. Sein Festtag ist der 23. November. Die Kirche St. Clemens ist bekannt für ihre schönen Kirchenfenster aus dem Leben der heiligen Irmgardis. Dass auch einige Kirchenfenster im Chorraum der Kirche aus dem Leben des heiligen Clemens berichten, ist weniger bekannt (Bilder zum vergrößern anklicken). Folgender Beitrag und das ergreifende Video-Hörspiel aus der Zeit der Christenverfolgung wollen aus dem Leben des heiligen Clemens berichten:
 
Chorfenster mit dem Hochaltar, Seitenflügel geschlossen - St. Clemens Süchteln


23. November
Der heilige Clemens, Papst und Martyrer

Der heilig Papst Clemens, mit dem Beinamen Romanus, d.h. der Römer, stammte aus einem vornehmen römischen Geschlechte. Einige waren der Meinung, dass er ein Vetter des Kaisers Domitian und ein Onkel der heiligen Domitilla gewesen ist. Sein Vater hieß Faustinus. Clemens wurde durch den heiligen Apostel Petrus zum Glauben bekehrt. Er hing mit fester Treue dem Apostelfürsten an und unterstütze denselben mit großem Eifer in der Predigt des Evangeliums und in der Regierung der Kirche, weswegen der heilige Hieronymus und andere Kirchenväter ihn einen apostolischen Mann nennen. Der gelehrte Clemens von Alexandrien nennt ihn geradezu einen Apostel, und nach Rufien war er einem Apostel gleich. Die Lehre Christi hatte sein Herz ganz durchdrungen. Ausgezeichnete Tugenden schmückten den Apostelschüler. Sein erstes und höchstes Bestreben war, die Heiden, die in Finsternis und auf dem Wege des ewigen Verderbens wandelten, zu bekehren, sie in der Lehre des Lichtes, im Glauben an Jesum Christum zu unterweisen, in der Liebe Gottes und des Nächsten zu stärken und auf dem Weg zum ewigen Leben zu führen. Er begleitete deshalb auch den Apostel Paulus oft auf dessen Reisen und kam mit ihm im Jahre 62 nach Philippi, wo er mit ihm schwere Drangsale erduldete. Der heilige Paulus nennt ihn seinen Mitarbeiter und rühmt ihn mit diesen Worten: "Auch bitte ich dich treuer Genosse, nimm dich ihrer an, die mit mir für das Evangelium gearbeitet haben, auch mit Clemens und meinen übrigen Mitarbeitern, deren Namen im Buche des Lebens stehen.“ 

Clemens vor den Aposteln Petrus und Paulus - St. Clemens, Süchteln


Die heiligen Väter berichten übereinstimmend, dass Clemens vom Apostel Petrus selbst zum Bischofe geweiht und zu seinem Nachfolger bezeichnet worden sei. Als der heilige Clemens als Glaubensbote in verschiedenen Ländern reiste, war er bereits Bischof; ob er unmittelbar dem Apostelfürsten als Nachfolger in der Regierung der Kirche gefolgt sei, oder erst nach dem heiligen Linus, darüber gehen die Berichte der griechischen und die der lateinischen Schriftsteller auseinander. Der heilige Irenäus schreibt: "Clemens, dieser dritte Papst nach dem heiligen Petrus, hat die heiligen Apostel noch gesehen, ihren Unterricht gehört und die apostolischen Überlieferungen treu bewahrt.“ Auch das römische Märtyrerbuch nennt den dritten Papst nach Petrus. Tertullian berichtet, das Clemens dem heiligen Linus gefolgt sei. Nach Angabe des heiligen Damasus war Linus schon im Jahre 67 gestorben; und Johann III. berichtet ausdrücklich, dass Petrus den Linus und Kletus zu seinen Lebzeiten als Gehilfen und Stellvertreter im bischöflichen Amte genommen, aber bei seinem Tode den heiligen Clemens zu seinem Nachfolger in dem Oberhirtenamte der Kirche ernannt habe.
Das im Bezug auf die Streitfrage. Clemens war ein wahrhaft apostolischer Mann, der vieles für den Glauben gewirkt und gelitten und für denselben wie Linus und Kletus sein Leben dahin gegeben hat. In den ersten christlichen Jahrhunderten war mit der Würde des Oberhirtenamtes der Kirche immer das Martyrium verbunden. Wer den päpstlichen Stuhl bestieg, hatte sicher zu erwarten, dass die Feinde Jesu Christi ihre Wut ganz besonders gegen ihn richteten. Als der Heilige das Oberhirtenamt angetreten hatte, arbeitet er unermüdlich und mit großer Weisheit an der Bekehrung der Römer. Durch seine Predigt und seinen heiligen Wandel brachte er viele Heiden zur Erkenntnis des wahren Gottes. Darunter waren selbst einige aus der Familie des Kaisers Domitian, selbst die Schwester des Kaisers Flavia Domitilla, welche nicht bloß eine eifrige Christin wurde, sondern auch ihre Jungfrauschaft dem Herrn weihte. Gott unterstütze seine Arbeit durch Wunder. Eines Tages, als Christen heimlich ihren Gottesdienst feierten, hatte sich ein vornehmer Römer mit Namen Sisinius in ihre Versammlung geschlichen, um zu sehen, was die Christen da anstellten, und ob auch seine Gemahlin sich unter denselben befände. Gott strafte diesen Vorwitz mit plötzlicher Erblindung. Da er sich nun nicht allein entfernen konnte, gab er sich zu erkennen und bekannte seinen Fehler. Der heilige Papst betete über ihn und gab ihm das Gesicht wieder. Dann erklärte er dem Sisinius die Wahrheiten der christlichen Religion. Derselbe öffnete sein Herz dem himmlischen Lichte und bat demütig um die heilige Taufe. Dieser Vorfall und sein Beispiel bewog viele Heiden zur Annahme des Christentums. 

Der heilige Clemens predigt das Evangelium - St. Clemens Süchteln

Die Kirche zu Rom vermehrte sich von Tag zu Tag. Deshalb teilte der heilige Papst Rom in sieben Bezirke ein und stellte für dieselben sieben Männer auf, welche das Leben, die Leiden und die herrlichen Tugenden der heiligen Martyrer sorgfältig in Bücher aufschreiben sollten. Er selbst verfasste auch viele oberhirtliche Sendschreiben und Bücher, um die christliche Religion zu erklären und zu verteidigen. Schon hatte Clemens neun Jahre als Oberhaupt die Kirche Gottes regiert, als der Kaiser Domitian die Christen zu verfolgen begann. Diese Verfolgung wütete vorzüglich in Rom, erstreckte sich aber auch auf die übrigen Teile des römischen Reiches. Sehr viele Christen, darunter selbst aus der kaiserlichen Familie, wurden gemartert. Clemens schrieb darüber in seinem Briefe an die Korinther, dass eine große Zahl von auserwählten viele Leiden und Martern bestanden habe. Eine schwere Sorgenlast lag während dieser Verfolgung auf den Schultern des frommen Papstes, der als zärtlicher Vater an den Drangsalen und Leiden seiner Kinder die herzlichste Teilnahme zeigte und unablässig bemüht war, durch Lehre und Ermahnung, durch Gebet und Beispiel seine teure Herde standhaft im Glauben zu erhalten und für das Martyrium zu stärken. Er selbst musste auch Kerker und Bande während dieser Verfolgung ertragen. Die göttliche Vorsehung entriss ihn aber für dieses mal noch dem Martertode, damit die Gläubigen an ihm noch länger einen guten Hirten hätten.    
Zu der Zeit, als der heilige Clemens auf dem päpstlichen Stuhle saß, war in der Kirche zu Korinth eine Spaltung entstanden, die er selbst gottlos und verabscheuungswürdig nennt. Zwar wurde durch dieselbe nicht die Einheit des Glaubens, wohl aber die Eintracht und Liebe, die kirchliche Zucht und Ordnung gestört. Einige Mitglieder dieser Gemeinde ließen sich durch Ehrgeiz und Eifersucht verleiten, rechtschaffene von den Aposteln und apostolischen Männern mit Zustimmung der Gemeinde aufgestellte Kirchendiener zu verdrängen und sich selbst in ihre Stellen einzudrängen. Die Kirche von Korinth hatte sich deshalb in einem Briefe an die Kirche von Rom, dem Mittelpunkt aller Kirchen, gewandt. Der heilige Clemens schrieb nun das vortreffliche Sendschreiben an die Korinther, welches Eusebius ein bewundernswürdiges Werk nennt, das Altertum unmittelbar der heiligen Schrift anreihte und wie diese in den Kirchen öffentlich vorlesen ließ. In demselben bedauert der heilige Papst, dass von der sonst ausgezeichneten Christengemeinde zu Korinth der Geist der Ordnung und gegenseitigen Liebe durch Neid und Eifersucht gewichen sei. Durch die zärtlichen Ermahnungen und durch kräftige Beweggründe sucht er diesen Geist der Liebe, Ordnung und Zucht wiederherzustellen. „Wer, der zu Besuche bei Euch gewesen,“ schreibt der Heilige, „rühmet nicht euren mit jeder Tugend geschmückten Glauben? Eure weise und milde Frömmigkeit in Christo, wer bewundert sie nicht? Wer verkündet nicht Eure freigiebige Gastfreundlichkeit? Eure vollkommene und sichere Erkenntnis, wer pries sie nicht selig? Euren Vorstehern untergeordnet und den Ältesten die gebührende Ehre erzeigend, lehrtet ihr die Jugend bescheidene und züchtige Gesinnung; den Weibern empfahlet ihr die Beachtung aller ihrer Pflichten mit einem tadellosen, heiligen und lauteren Gewissen. Ihr alle waret demütig gesinnt, fern von Großprahlerei, wolltet lieber Gehorsam als Befehlen, lieber geben als nehmen, - Euer Herz war geöffnet der Liebe Gottes, und seine Leiden waren Euch vor Augen. So war auch ein reicher und seliger Frieden gegeben; unersättlich war Euer Verlangen nach Wohltun, und reichlich hatte sich über Euch alle der heilige Geist ausgegossen. – Allein Ruhmsucht und eitle Prahlerei brach unter Euch aus, so dass erfüllt ward, was geschrieben steht: Er aß und trank und ward stark und dick, der Geliebte, und wurde entwöhnt. Daraus entsteht Eifersucht und Zank, Spaltung und Verfolgung, Aufruhr und Krieg. Auf diese Weise erhoben sich die Ungerechten gegen die Gerechten, die des Ruhmes waren gegen die, welche reich daran, die Unverständigen gegen die Beständigen, die Jugend gegen das Alter – deswegen ist fern die Gerechtigkeit und der Frieden.“ Danach mahnt er sie eindringlich, ihren Lastern zu entsagen, und belehrt sie, dass diejenigen, welche in der Kirche die letzten Plätze einnehmen, Gott am wahlgefälligsten sein können.

 
Clemens spendet den Christen im Steinbruch Beistand und Hilfe - St. Clemens Süchteln

Unter dem Kaiser Trajan brach wiederum eine grausame Verfolgung der Christen aus. Der heilige Papst wurde ergriffen und zur Verleugnung des Glaubens aufgefordert. Da er aber standhaft blieb, und weder Drohung noch Misshandlung ihn wankend machten, wurde er nach dem wüsten Chersoneos (Krim) verbannt. Dort traf er schon über 2000 Christen, welche zu schweren Arbeiten in den Steinbrüchen und Bergwerken gezwungen wurden. Wegen großen Wassermangels hatten sie daselbst auch oft schrecklichen Durst zu leiden. Von Mitleid ergriffen, wandte der heilige Clemens sich zum Gebete und flehte um Abhilfe. Da erschien auf der Spitze eines nahen Hügels ein Lamm, welches mit dem rechten Fuße auf eine verborgene Quelle hinzeigte. Clemens eilte hin, erbrach mit einer Hacke den Felsengrund, sogleich sprudelte das frische Wasser hervor. Auf dieses Wunder hin bekehrten sich viele Ungläubige und ließen sich vom heiligen Papste im Glauben unterrichten. Als Kaiser Trajan dieses erfuhr, ließ er die Christen auf dem Chersoneos von neuem hart verfolgen, um sie vom Glauben abtrünnig zu machen. Da aber der Präfekt Ausidianus sah, dass alle Martern vergeblich angewandt würden, solange Clemens unter den Christen bliebe, lies er diesen mit einem schweren Anker am Halse ins Meer stürzen, damit die Christen seinen heiligen Leib nie mehr finden könnten. Die am Ufer versammelten Christen beteten zu Gott, dass er den Leib seines Dieners nicht im Meere belassen wolle. Da trat das Meer an 3000 Schritte zurück. Es wurde eine Höhle in der Form eines Tempels sichtbar. Dort fanden die Christen den heiligen Leichnam und neben ihm den Anker, mit welchem er im Meer versenkt worden war. Unbeschreibliche Freude erfüllte die Christen; und alle heidnischen Bewohner des Chersoneos nahmen den christlichen Glauben an. In der Folge wurden die Reliquien des heiligen Clemens nach Rom übertragen und in der dort zu seiner Ehre erbauten Kirche beigesetzt. Auch auf dem Chersoneos, an dem Orte, wo auf sein Gebet wunderbar die Quelle eröffnet ward, hatte die Christen eine Kirche gebaut. 

Die Christen von Chersoneos finden den Leichnahm des heilige Clemens in einer Meereshöhle - St. Clemens Süchteln

Leben der heiligen Gottes auf alle Tage des Jahres
P. Matthäus Vogel, Priester der Gesellschaft Jesu.
1906. Druck und Verlag der
Missionsdruckerei Steyl, Kaldenkirchen Rheinland
 
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Hörspiel über den heiligen Papst Clemens I.

Aus den Katakomben während der Christenverfolgung unter Kaiser Trajan


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Noch ein kleiner Ausflug in das Messbuch von 1962. Dort findet sich am 23. November für sein Gedenken an den heiligen Clemens die folgende Oration:

Oration
Gregem tuum, Pastor aeterne, placatus intende: et per beatum Clementem,
Martyrem tuum atque Summum Pontificem, perpetua protectione custodi; quem totius Ecclesiae praestitisti esse pastorem.

Schau versöhnt auf Deine Herde, ewiger Hirt, und bewahre sie durch Deine heiligen Märtyrer und Papst Clemens, den Du als Hirten der ganzen Kirche gegeben hast, unter beständigem Schutz. 
Durch unseren Herrn.   

(Übertragung aus dem VOLKSMISSALE - 
Das vollständige römische
 Messbuch nach der Ordnung von 1962
Priesterbruderschaft St. Petrus, 2015)

Samstag, 18. November 2017

Der Engel von St. Clemens

Lauda Sion Salvatorem -  „Lobe, Zion, den Erlöser“

Kirchenfenster - St.Clemens
 
Kirchenfenster - St.Clemens


Kirchenfenster - St.Clemens