Dienstag, 18. April 2017

Heiliggeisthaus Hospital, Köln

Wie hier schon berichtet, gründete St. Irmgardis das erste Hospital in Köln.
Auf diesen Bildern aus dem 19. Jhd. ist die markante Frontansicht des Gebäudes zu sehen, Bilder durch anklicken vergrößern:


Heiliggeisthaus (mit Kapelle) um 1840



Lage des Hospital zum Heiligen Geist

Durch die unmittelbare Nähe zum Kölner Dom, findet sich das Hospital auf einigen alten Ansichten des Kölner Doms:
Kölner Dom um 1830

Kölner Dom um 1830
Das Heiliggeisthaus in Köln wird erstmals 1056 urkundlich erwähnt und zählt somit zu den Ältesten. Es soll nach dem Vorbild des Hospitals Santo Spirito in Sassia (Rom) entstanden sein. Es liegt somit nahe, das St. Irmgardis auf einer ihrer Pilgerreisen nach Rom durch das englische Hospiz (Sassia = Sachsen) inspiriert wurde. Das Hospitalwesen der Heilig-Geist-Häuser hat sich über ganz Deutschland und das christliche Europa verbreitet hier.

Samstag, 8. April 2017

Kalvaria Süchteln - Christus factus est pro nobis




Christus factus est pro nobis obediens usque ad mortem, mortem autem crucis. Propter quod et Deus exaltavit illum et dedit illi nomen, quod est super omne nomen. 

Christus, der für uns erschaffen ist, war gehorsam selbst bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Deshalb hat Gott ihn erhöht, und gab ihm einen Namen über allen Namen. (Phil 2, 8b-9)

Mittwoch, 1. März 2017

S. Irmgardis virgo 1751
Unter dem Bild steht auf Latain:

S. Irmgardis virgo Zuthpaniensis 
auxiliatrix Suchtelensis
ora por nobis et patria

Heilige Jungfrau Irmgardis von Zutphen,
Schutzpatronin von Süchteln,
bitte für uns und das Vaterland

*Bemerkenswert auf dem Bild, Prozession zur St.Irmgardis-Kapelle.

Freitag, 17. Februar 2017

Und Sie ist es doch, eine Heilige!

Land auf Land ab darf man hören, dass es sich bei der "heiligen" Irmgardis "nur" um eine Volksheilige handelt. Dass Sie ja gar nicht richtig "heilig" gesprochen sei usw.

Wer sich weiter einliest, in der wenigen greifbaren Literatur zur heiligen Irmgardis, darf feststellen, dass im 19. Jahrhundert versucht wurde, Irmgardis heilig zu sprechen. Es gab tatsächlich in Köln bischöfliche Untersuchungen zur Heiligmäßigkeit und Verehrungstradition der Irmgardis.
Außer über zwei päpstliche Ablässe zur Oktav, ist nie weiter etwas daraus geworden.

Dass sich im Laufe von 2000 Jahren in der katholischen Kirche viele Dinge erst im Licht der "Tradition" entwickelten, hin zu dem, was wir heute ein "Heiligsprechungsverfahren" nennen, scheinen viele völlig außer acht gelassen zu haben!

Das folgende 10. Kapitel "Vernunft durch Verzögerung" aus dem sehr empfehlenswerten Buch ZanderFilets von Hans Conrad Zander, gibt weiter Auskunft über die damalige Praxis, was uns auch auf die Heilige Irmgardis Rückschlüsse ziehen lässt:

Ein Kapitel über die Heiligsprechungen in der Kirche, 
worin wir die Weisheit Roms bewundern lernen
"Es ist der 31. Januar 993. Auf seinem Thron im Lateranpalast sitzt, von Bischöfen und Kardinälen feierlich umstanden, Papst Johannes XV. Vor ihm kniet ein deutscher Bischof, Liutold von Augsburg. Demütig bittet er den Heiligen Vater, ihm die Erlaubnis zu erteilen, seinen hochverehrten Amtsvorgänger, Ulrich von Augsburg, als Heiligen verehren zu dürfen. Und damit der Papst sein Gesuch prüfen könne, verliest er ein ganzes Buch über Ulrichs "vita et miracula". Der Papst hört zu, der Papst prüft. Dann richtet er "an alle Bischöfe von Galien und Germanien" eine feierliche Proklamation: Ja, Bischof Ulrich von Augsburg dürfe als Heiliger verehrt werden, dies allerdings nicht auf Grund lokaler Verehrung, sondern "kraft apostolischer Autorität".
Die erste formelle Heiligsprechnung der Kirchengeschichte: Hochoffiziell gibt der Papst bekannt, dass er, er allein, künftig zu entscheiden hat, wer als neuer Heiliger verehrt werden dürfe.
Begeistert ritt der Bischof von Augsburg nach Hause. Sehr viel weniger begeistert waren seine deutschen Amtsbrüder. Schon wieder so eine neue Amtsanmaßung aus Rom! Wenn schon Heiligsprechung, dann können deutsche Bischöfe das doch selber machen. Oder nicht?
Der Machtkampf sollte Jahunderte dauern...
Zum Schluss ein kreativer Kompromiss. Bisher war ein Seliger das gleiche wie ein Heiliger. Zum Beispiel wird ein so großer Heiliger wie Paulus in der Alten Liturgie als Seliger gepriesen: "beatus Paulus Apostulus". Wie aber, wenn wir da eine Unterscheidung treffen? Wie wenn wir als Vorstufe zur Heiligsprechnung die Seligsprechung einführen? Dann haben künftig alle etwas zu bestimmen. Seligsprechung zuerst als mindere Sache für die Ortsbischöfe, Heiligsprechung danach als das Höhere für den Papst. Bis zum 16. Jahrhundert bildete sich so ein umfassendes päpstliches Regelwerk prozessualer Heiligsprechung heraus."

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Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass Irmgardis, verstorben 1085 in Köln, solch eine "bischöfliche Heiligsprechung" zuteil wurde. Was dafür spricht ist auch die Tatsache, dass ihr Grab im Vorgängerbau des Kölner Doms an einer zentralen Stelle des Gotteshauses stand. Später wurde ihr Grab in der heute sichtbaren Agneskapelle eingerichtet. Für alle Interessierten hier das lesenswerte Buch: